Urlaub in Glücksburg an der Flensburger Förde
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Glücksburger Strandmeile 2005

Rockiger Feuerzauber
Glücksburg (Anja Werner)

Gold war als prägende Farbe des „Magic of Fire“ am Sonntagabend richtig gewählt. Denn ein spektakuläreres Feuerwerk hat es bisher an der Flensburger Förde nicht gegeben. 30 000 Zuschauer ließen sich in den Bann des rockigen Feuerzaubers ziehen.

Absolute Stille über der nachtschwarzen Ostsee. Dann einige dumpfe Trommelschläge. An Land verstummen alle Gespräche. 30 000 Menschen schauen auf beiden Seiten der Förde gebannt in den Himmel. Die kräftige E-Gitarre zu den ersten Takten von „Top Gun“ - untermalt von goldenen Feuersalven - durchbricht auf einen Schlag die angespannte Ruhe. Im Sekundentakt schießen Raketen weit in den Himmel, um als Sternenregen in strahlenden Regenbogenfarben zurück aufs Wasser zu fallen. Die Chance, jeden Spezialeffekt komplett zu erfassen, haben die Zuschauer bewusst nicht. Immer schnellere Übergänge und überraschende Szenarien lassen die Betrachter eintauchen in eine faszinierende Welt aus Feuer, Fantasie und Musik.

Das „Magic of Fire“ am Sonntagabend vor dem Strand von Sandwig übertraf noch die Inszenierungen der vergangenen Jahre und unterstrich den Anspruch der Strandmeilen-Macher auf das Feuerwerk Nummer eins an der Flensburger Förde. „So etwas habe ich noch nie gesehen!“, „Einfach fantastisch!“, „Wie ein Zauber!“ Solche Kommentare hörten man nach dem diesmal rockig inszenierten Feuerzauber aus allen Ecken, von Urlaubern, Einheimischen und Vertretern aller Altersgruppen.

Nach gut vier Minuten Dynamik pur durch „Top Gun“ wurde ihnen mit dem Fantasy-Stück „Adiemus“ Zeit zum Luftholen gegeben - und zum Träumen. Wie die Delfine des weltbekannten Videos zogen blaue und rote Sternschnuppen ihre Bogen förmigen Bahnen, trafen taktgenau aufeinander und stießen wieder auseinander - Gänsehaut-Atmosphäre war angesagt. Das furiose Finalstück verwandelte diese dann in wortloses Staunen. Ein kaum enden wollender Sternenregen in Gold und Brokat ergoss sich zur Live-Version von Robbie Williams „Angel“ über der Förde. Mit immer größeren, höheren und spektakuläreren Himmelsbildern steigerte sich die Rockballade bis zu ihrem abrupten Ende - so dachten jedenfalls die meisten. Doch nach einem kurzen Moment der Stille verwandelte das wirkliche Finale zu wildem Rock den Fördehimmel in ein Meer aus Flammen.

Minutenlanger Applaus für den Feuerwerks-Choreograf Joachim Schon, der Nerven aufreibende 15 Minuten hinter sich hatte, folgte. Denn erstmals lief das „Magic of Fire“ nicht auf Knopfdruck ab. Alle Effekte wurden von Land aus quasi mit einer Fernbedienung per Hand initialisiert. Folge: Musik und Pyrotechnik waren perfekt aufeinander abgestimmt. „Entsprechend bewegend war die Wirkung“, sagte Harald Behrens, Tourismus-Experte der veranstaltenden GLC. Das außergewöhnliche Szenario wirkte nach. Kaum jemand ging gleich nach Hause. Die meisten ließen sich durch Live-Musik und die kulinarischen Angebote des Strandmarktes langsam in die Realität zurück holen. Trotz des Besucherandrangs blieben Verkehrsprobleme aus. „Der Park and Ride-Service hat reibungslos geklappt“, sagte Behrens, wie auch die Kommunikation untereinander. So fing der Feuerzauber aufgrund noch zahlreich anreisender Besucher zehn Minuten später an. Die letzten Nachtschwärmer wurden um 1.30 Uhr mit einem Shuttlebus zu ihren Autos gebracht.

(Flensburger Tageblatt vom 19.07.2005)

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